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Im Zeichen der Digitalisierung standen auch die Aktivitäten der Industrie- und Handelskammer und der Kreishandwerkerschaft. Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt war ein zentrales Thema für die Job Service Beschäftigungsförderung Leverkusen gGmbH (JSL).

Die Zukunft beginnt: Jetzt!

von Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK

Was macht Unternehmen zukunftsfähig? Klar, Digitalisierung ist und bleibt das Meta-Thema unserer Zeit. Genauso wichtig wie die digitalen Anwendungen sind aber die Menschen, die Unternehmen erfolgreich machen. Innovative Unternehmerinnen und Unternehmer gehören genauso dazu wie kreative, motivierte und vor allem zuverlässige Fachkräfte. Diese zu bekommen, zu halten und mit einer guten Mischung von jungen und erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute Zukunftsausrichtung zu haben, das ist heutzutage häufig eine Kunst.

Immer mehr unserer rund 150.000 Mitgliedsunternehmen in der Region – und allein rund 7.500 in Leverkusen – beschäftigt dieses Thema. In jeder Konjunkturumfrage wird dieses Risiko von den Unternehmen benannt, die Lage wird schwieriger. Ob Industrie, Handel, Dienstleister, sie alle kämpfen mit dem wachsenden Fachkräftemangel. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sind davon betroffen, und gerade ihnen gilt unser besonderes Augenmerk. Was also ist zu tun? Die Bevölkerungsentwicklung können wir nicht beeinflussen, aber wir können dafür sorgen, dass alle Potenziale auch wirklich genutzt werden.

Deshalb werben wir bei unseren Mitgliedern genau dafür. Es fängt an bei der Ausbildung, geht über die Weiterbildung von Fachkräften und auch den Unternehmerinnen und Unternehmern selbst und endet noch lange nicht bei der Frage, wie wir zukünftig miteinander arbeiten wollen. Die Tendenz geht dabei zu immer mehr Flexibilisierung der Arbeitsmodelle und auch zu mehr Diversität bei den Mitarbeitenden. Davon profitieren Teams, damit machen sich Unternehmen stark für die Zukunft und damit entsteht Bewegung, Kreativität und Innovation.

Oder ist das graue Theorie? Nein! Wer beispielsweise Ausbildung in Teilzeit ermöglicht, gewinnt alleinerziehende Mütter oder pflegende Angehörige als besonders engagierte und motivierte Mitarbeiter. Wer ein Betriebliches Gesundheitsmanagement aufbaut – und das geht auch in kleinen Unternehmen, wenn sie sich dafür zusammenschließen, sorgt für geringeren Krankenstand und kann bei Fachkräften punkten. Wer Familienfreundlichkeit lebt, der wird bemerken, dass auch das heute ein wichtiger Pluspunkt bei Bewerberinnen und Bewerbern ist. Wer in Schulen und Hochschulen geht, nimmt frühzeitig Kontakt zum künftigen Nachwuchs auf. Und wer eine offene Diskussionskultur pflegt, wird auch bei der berühmt-berüchtigten „Generation Z“ Anklang finden.

All diese Aspekte gehören zum Bild eines modernen, zukunftsfähigen Unternehmens. Aber natürlich hängt die Zukunft der Wirtschaft in unserer Region auch von Rahmenbedingungen ab, auf die sie selbst kaum Einfluss haben. Ein Hauptfaktor ist da die Verkehrsinfrastruktur, und gerade die Unternehmen in Leverkusen können davon ein Lied singen, das „Leverkusener Brücke“ heißt (ein Lied, das eigentlich Köln-Leverkusener Brücke heißen müsste). Gleichwohl hat die Stadt mit ihren vielen direkten Autobahnanbindungen und der Nähe zu zwei Flughäfen ja gute Voraussetzungen. Aber die sind nicht alle einfach da, die sind oft erkämpft worden. Ich freue mich, dass wir als IHK Köln gemeinsam mit der WfL weiter für eine zukunftsfähige Infrastruktur arbeiten können.

Das Handwerk ist im Wandel

von Marcus Otto, Kreishandwerkerschaft Bergisches Land

Wir stecken in einem Wandel. Vor fünfzehn Jahren saßen wir noch ohne mobiles Internet in Besprechungen und waren auch nach der Arbeit wesentlich schlechter erreichbar. Heute googlen wir jederzeit nach Neuigkeiten, Definitionen und Nachrichten. In Statistiken heißt es, dass TÄGLICH 65 Milliarden WhatsApp Nachrichten verschickt werden, dabei leben auf der Erde „nur“ etwa 7,5 Milliarden Menschen.

Die Gesellschaft verändert sich, der Kunde verändert sich – also verändert sich auch das Handwerk! Das Handwerk hatte immer schon zur Aufgabe, die Kundenwünsche zu berücksichtigen. Das machen wir gerne – das müssen wir aber auch machen, um die Existenz der Unternehmen zu sichern. Ob Handwerk, Handel, Industrie, Verwaltungen, Banken, Privatpersonen … wir sind alle angehalten, neue Wege zu gehen. Doch für Betriebe kommt noch die Sorge hinzu, schafft mein Unternehmen diesen Wandel? Kann ich meine Mitarbeiter auf diesem Weg mitnehmen? Was ist mit den Stolpersteinen, die auf diesem Weg liegen?

Schwarzarbeit macht dem Handwerk das Leben schwer. Diese Problematik begegnet uns sowohl in den Zentren wie Opladen, Schlebusch und Wiesdorf, als auch in den fast ländlichen Randbezirken. Leider sind die Kontrollen spärlich.

Ein weiterer Stolperstein, der auch schnell zum Kilimandscharo wird, ist der Bürokratismus. Im Wahlkampf 2017 haben Politiker von allen Parteien einen Abbau versprochen. Nun ist es zu diesem Thema wieder extrem ruhig geworden, dabei gibt es Arbeitstage, an denen die Firmen mit dem Papierstapeln neue Häuser bauen könnten. Aber wir lassen uns nicht beirren und schauen gespannt nach vorne, denn die Gesellschaft braucht uns. Wir schaffen Lebensraum, wir versorgen Sie mit Lebensmitteln, wir kümmern uns um Ihre Mobilität, wir sind Spezialisten und wir verschönern Sie und Ihre Umgebung.
 Das Handwerk ist bereit für die Zukunft mit Ihnen und mit unseren Kunden.

Das Handwerk steht für Qualität aus Meisterhand, wir sind ein Markenprodukt und dafür werden wir uns weiterhin stark machen!

In 2018 und in der Zukunft!

Zukunftsfähig zu sein – was bedeutet das eigentlich…?

von Marcus Weichert, Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach

„Arbeit 4.0“, Digitalisierung, Akademisierung, häufigere Berufswechsel, Fachkräftemangel, Einwanderung, Mobilität oder demographischer Wandel sind Begriffe, die wir in Bezug auf unsere zukünftige Arbeitswelt immer wieder hören. Wir müssen „zukunftsfähig“ werden, heißt es… Aber: Was bedeutet „zukunftsfähig“ denn eigentlich? Für mich, als Unternehmen – oder für mich, als Beschäftigte/r? Für Unternehmen – gerade für KMU oder auch Einzelfirmen – ist es oft schwierig, die Zeit zu finden, sich mit der Frage „Was muss ich tun, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können?“ zu beschäftigen.

Die Unternehmen sind gezwungen sich intensiv bei der Bindung und Gewinnung von qualifizierten Fachkräften zu engagieren und sehen sich zudem gleichzeitig mit steigenden Anforderungen in der globalisierten Arbeitswelt konfrontiert. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden genötigt werden sich damit auseinandersetzen, dass sich ihr aktuelles Berufsbild stark verändern wird – ggf. soweit, dass viele Tätigkeiten einfach wegfallen werden und neue Fähigkeiten & Kenntnisse erworben werden müssen. Jugendliche sollten in ihrer Berufswahl berücksichtigen, welche Berufe auch in einigen Jahren noch bestehen werden.

Die Agentur für Arbeit ist Beraterin und Unterstützerin – sowohl für die Betriebe als auch für Arbeitnehmer/innen und Jugendliche. Mit der „Qualifizierungsberatung“ und der „Lebensbegleitenden Berufsberatung“ bieten unsere Expertinnen und Experten für beide Bereiche qualifizierten Rat und Hilfe an. „Qualifizierungsberatung“ ergänzt die Arbeitsmarktberatung im Bereich der Unternehmen. Ziel ist – in Kooperation mit der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA.de) – durch Analysen und Gespräche die aktuelle Situation darzustellen und Optimierungspotenzial zu finden. Der Blick von „Außen“ ist meist der Auslöser, Problembereiche zu identifizieren und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Die „Lebensbegleitende Berufsberatung“ wird Menschen auch im fortgeschrittenen Arbeitsleben dabei helfen, sich neu zu positionieren und sich auf die anstehenden Veränderungen vorzubereiten. Ebenso können die Jugendlichen im Rahmen der Berufsorientierung auf kompetente Hilfestellungen vertrauen.

Wir wissen durch eine Substituierbarkeits-Studie des „Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung“ (IAB), dass viele Tätigkeiten und teilweise ganze Berufe bereits heute zu 90 oder 100 Prozent durch Maschinen ersetzbar sind. Natürlich: Nicht alles, was ersetzbar ist, wird auch ersetzt werden – viele unterschiedliche Aspekte werden hier eine Rolle spielen. Wichtig ist aber: Wir müssen uns mit den Veränderungen auseinanderzusetzen und uns darauf einlassen, um unsere Zukunft mitverantwortlich zu gestalten!

Breitbandausbau
Leverkusen

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